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Gastro

Das neue Bollwerk im Test: Party-Ära in Graz erlebt Comeback

Hätte jemand der 16-jährigen Melanie vor circa zehn Jahren gesagt, dass sie eines Tages für einen Blog das Bollwerk testen wird – ich glaube, sie wäre auf der Stelle umgekippt. Allein deshalb war es keine Option, die überraschendste Neueröffnung des Jahres nicht zu testen. Spoiler: Ich zeige euch heute ein Foto, welches 10 Jahre alt ist – ach, wie die Zeit vergeht. Wie der Abend sonst so verlaufen ist, lest ihr hier. 👇

Neuer Standort im ehemaligen Heart

Martin Fritz hatte unter dem Namen Bollwerk österreichweit ein Disco-Imperium geschaffen, welches für die Millenials zum wahren Party-Hotspot in deren Teenie-Jahren wurde. Ich kenne selten jemanden, der nicht zumindest einmal (ob freiwillig oder gezwungenermaßen) im Bollwerk war - der erste Standort eröffnete 1999 in Niklasdorf. Es folgten weitere Bollwerk-Betriebe vor allem in der Steiermark, in Kärnten und in Wien. Im Jahr 2018 hieß es nach 14 Jahren „Bye, bye Bollwerk Graz“ im Center West und auch die anderen Standorte in Österreich schlossen nach und nach ihre Türen oder wurden in andere Konzepte umgewandelt. „Bollwerk“-Besitzer Martin Fritz hatte das Nachtleben aber nicht ganz aufgegeben, von 2018 bis November 2023 führte er neben der Mausefalle oder der Unialm, die inzwischen auch geschlossen ist, das Heart in der Triester Straße, im Schnelldurchgang wurde hier umgebaut und am 1. Dezember das Bollwerk Graz neueröffnet.

 

Altes Konzept mit neuen Touch

Neu ist am Erfolgsrezept nicht wirklich etwas, außer dass freitags alle ab 16 Jahren Eintritt bekommen, am Samstag können Feierwütige erst mit 18+ ins Lokal. Am First Floor werden die alten Bollwerk-Klassiker mit neuen Party-Hits gemischt, am Second Floor gibt es unter dem Motto „Time of my Life“ Musik der 80er, 90er und 00er. Ansonsten wirkt es so als hätte man eine Zeitreise gemacht: Polestangen zum Tanzen, viele Leute auf der Tanzfläche und ein riesiges DJ-Pult. Ich habe mit einem Bekannten gesprochen, den ich zufällig vor Ort getroffen habe und der mir erzählt hat, dass sich rein vom Interieur zum Heart nicht wirklich viel verändert hat – außer das Publikum. Getränketechnisch setzt man auf die guten alten Bollwerk-Spritzer, aber natürlich auch jegliche andere Drinks mit oder ohne Alkohol sind erhältlich. Umso besser pickt es natürlich dann am ganzen Boden - wie früher einfach. Auch die Toiletten sind komplett mit Bollwerk-Stickern gebrandet, wie professionell das gemacht wurde, weiß ich leider nicht. Highlight (mehr für meine Begleitung als für mich) waren die verschließbaren Spints, die die Garderobe ersetzen und für die wir „nur“ zwei Euro bezahlt haben – so konnten wir Jacken und sonstige störende Accessoires beim Feiern sicher verschließen. Den Schlüssel sollte man halt nicht verlieren, dann wird es vermutlich kritisch – das habe ich aber für euch diesmal nicht getestet. 😁

 

Mein Fazit

Mit wem sollte man sonst ins Bollwerk gehen, als genau mit der Person, mit der man die damaligen Bollwerke unsicher gemacht hat? Also musste kurzerhand mein bester Freund herhalten, der auch gleich zum Autofahren verdonnert wurde – so ein Pech, ich muss für euch schließlich die Bollwerk-Spritzer testen! 😉 Erstmal fortgehen und dann schauen, wie man nach Hause kommt, ging vielleicht vor 10 Jahren noch, heute muss ich zwischen jedem alkoholischem Getränk ein taktisches "Zwischen-Wasser" trinken. Nach einem Family-Tag habe ich mich also nochmal aufgerafft, angezogen und geschminkt, um halb 12 sind wir dann erst zu Hause gestartet. Ohne Vorglühen versteht sich. Angekommen am Parkdeck in der Triester Straße dann ein kurzer Herzkasperl: Niemand in der Schlange vor dem Club trägt ein Kleid oder einen Rock. Baggy-Jeans und Sneakers – die Memo habe ich wohl nicht gekriegt, ich bin nun offiziell zu alt.

 

Gut, vielleicht lässt man mir aufgrund des Alters zumindest einen Barhocker zum Sitzen übrig. Natürlich wurde ich auch nicht nach einem Ausweis gefragt… Frechheit, ich hatte den sogar extra weit vorne im Geldtascherl platziert. Die Kassiererin interessierte sich aber nur für die Scheine, die ich darin hatte: 6 Euro Eintritt ist okay, wenn man bedenkt, dass das der ganze Spaß schon vor 10 Jahren gekostet hat. Drinnen angekommen haben wir dann unsere Jacken im Spint verschlossen, super schlau, ist ja nicht so, als hätten wir mit dem Auto direkt vor dem Lokal geparkt. 👌 Am Dance Floor angekommen dann die Entwarnung: Wir sind heute keine Oldies unter den 18-Jährigen, sondern der Club ist gut gefüllt mit einem buntgemischten Publikum. Bollwerk-Nostalgiker, Weihnachtsfeier-Überbleibsel, Polterrunden oder einfach nur Leute in Feierlaune: Es war voll und das war gut so. Spätestens als Alligatoah mit „Willst du“ aus den Boxen dröhnte und die Zeitreise komplett war, war es Zeit für einen Bollwerk-Spritzer. Mein bester Freund war der kompletten Nostalgie verfallen und hat nach einem Schluck probieren sogar behauptet, dass dieser „gut“ und „viel besser als damals“ schmecken würde. Pah, so ein Blödsinn – die Bollwerk-Spritzer sind noch immer komplett reidig, aber alles andere hätte mir meine Zeitreise versaut. Genauso wie die Erdbeershots – sie waren picksüß und einfach wie früher! Auch wie früher gibt es eine Fotografin, die Fotos von den Gästen macht. Hier ist auch das erste Bollwerk-Foto unseres Lebens entstanden, das man sogar zu Hause herzeigen kann. Für euch gibt es jetzt sogar einen kleinen Vergleich:

 

Das Alter hat uns offensichtlich gut getan. 😉 Alles in allem hatten wir einen super lustigen Abend und haben beschlossen, ganz bald wieder im Bollwerk vorbeizuschauen. Dann ist aber keiner von uns Autofahrer, wir packen ein paar Freunde mehr ein und sind sicher früher im Bollwerk: So wie in den guten alten Zeiten! ✨

Wer nun auch Lust auf einen lustigen Abend hat, hat Freitag, Samstag und vor bzw. an Feiertagen von 21 Uhr bis 5 Uhr die Chance dazu. Ich wünsche euch viel Spaß beim Feiern!

 

Alles Liebe und bis nächste Woche,
eure Melanie ❤

Melanies Sterne-Bewertung

Service🌟🌟🌟🌟🌟
Preis-Leistung🌟🌟🌟
Trinken & Essen🌟🌟
Ambiente🌟🌟🌟🌟

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Über die Autorin

Melanie

Good Food is a good Mood – ein großes Lebensmotto unserer Melanie. Deshalb schreibt sie für euch über die schönsten Platzerl in Graz und liefert gerne die Antwort auf die Frage “Wo geh ma denn heut’ hin?”.

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